The Making of
Besonders diejenigen, die sich Gedanken über den wissenschaftlichen oder therapeutischen Wert des Selbst-Prinzips machen, möchten vielleicht etwas über die Entstehung der vorliegenden Inhalte wissen.
Der Auslöser
... war die Frage nach unserer Motivation etwas zu tun oder es eben zu lassen. Mit anderen Worten: Man kann noch so viele gute, praxisorientierte Tipps zum Anpacken von unliebsamen Dingen geben – wenn die Motivation des Entscheiders nicht mitspielt, ist alles umsonst.
Die Fährte
Mittlerweile wurde in unserem Gehirn das Belohnungszentrum lokalisiert und in Versuchen herausgefunden, dass wir tatsächlich das am ehesten tun, das uns möglichst direkt die größte und zugleich wahrscheinlichste Belohnung bietet. Unser Verstand ist dagegen ein vergleichsweise schwacher Antreiber – so gut und richtig er die logischen Zusammenhänge auch erfasst haben mag. Wer macht schon etwas, nur weil es sinnvoll, logisch und konsequent ist, wenn andernorts eine echte Belohnung winkt?
Die nächste Frage ist die nach dem elementarsten, ureigensten Streben der Menschen. Das Streben nach Glück ist nicht nur für Menschen ein zentraler Lebensimpuls, sondern scheint ein Grundmotiv der Natur zu sein. Was aber ist Glück?
Um Glück zu beschreiben, bieten sich Synonyme wie Zufriedenheit, Wohlergehen, Lebensqualität, Erfüllung an. Bei der Frage, was dies beinhaltet, wird schnell klar, dass jeder Mensch hierfür eigene, sehr individuelle Antworten hat. Diese ergeben sich aus seiner Veranlagung, Prägung, seinen Erfahrungen und Überzeugungen, aber auch aus den Vorstellungen seines Umfeldes. Entsprechend der höchst unterschiedlichen Ausrichtungen und Zielsetzungen ist es naheliegend, dass jeder sein Lebenskonzept selbst entwirft und bestimmt.
Aus dieser Überlegung verbietet sich ein allgemeingültiges Glückskonzept. Entsprechend sind auch fokussierende Ratgeber im Sinne von „Glücklich durch Gelassenheit“ nicht als letzte oder gar einzige Antwort zu sehen, können uns allerdings in diesem einen Aspekt durchaus zu weiteren Entwicklungsschritten inspirieren.
Die Aspekte
„Das Problem kennen ist wichtiger, als die Lösung zu finden,
denn die genaue Darstellung des Problems führt automatisch zur richtigen Lösung.“
Albert Einstein
Je gründlicher die Analyse, desto sicherer die Grundlage für die daraus entwickelten Folgerungen. Es entstand die Idee, sämtliche Einflussgrößen zu sammeln, die in der Lage sind unsere Lebenszufriedenheit zu beeinflussen. Dabei fiel auf, dass sich diese in innere und äußere Einflussgrößen unterscheiden ließen. Die vergleichsweise überschaubaren äußeren Faktoren wie z.B. Arbeit, Familie, Reichtum oder Tod wurden in einem eigenen Band (Teil III) untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass ihr Einfluss auf unsere Zufriedenheit/Lebensqualität sich weitgehend auf die inneren Aspekte zurückführen lässt. D.h. auch wenn wir beispielsweise unseren Tod nicht vermeiden können, so haben wir doch erheblichen Einfluss auf die Einstellung, die wir ihm gegenüber einnehmen.
Dem gegenüber stehen ca. 600 innere Faktoren, auf die wir durch unsere innere Einstellung relativ direkt Einfluss nehmen können. Es zeigte sich auch, dass sich durch folgende Fragen sinnvolle Gruppen bilden ließen:
- Welche Einflussgrößen erweisen sich als problematisch?
- Zu welchen Ergebnissen oder Konsequenzen führen diese, wenn man nichts daran ändert?
- Welche komplementären Einflussgrößen lassen sich diesen entgegen stellen?
- Wozu führen wiederum diese in logischer Konsequenz?
Am Beispiel von Aspekt 29: Anspruchsdenken und Erwartungshaltung bergen die Gefahr der Enttäuschung in sich, während wunschlose Genügsamkeit eine dankbare Zufriedenheit mit den Gegebenheiten begünstigt. Für jede dieser Sinngruppen (Aspekte) wurde ein Leitbegriff gewählt, der die enthaltenen Inhalte möglichst umfassend symbolisiert. Bei diesem Vorgehen ergeben sich Struktur und Aussage aus der exakten Darstellung des Problems. Die Lösung wird nicht vorweg genommen, sondern entsteht aus der Betrachtung.
Um eine naheliegende Frage zu beantworten: Selbstverständlich lassen sich die dargestellten Einflussgrößen (siehe Spalte rechts ) durch Synonyme und weitere Differenzierung (geringfügig und auf untergeordneter Ebene) erweitern (siehe Anmerkung am Ende der Liste auf der Impressum-Seite). Durch die jahrelange, intensive Beschäftigung mit diesen Faktoren hat sich die Gliederung in 7 x 7 Aspekte als sehr übersichtlich, sinnvoll und praktikabel herauskristallisiert. Entscheidend ist, dass dieses System logischer Sinnzusammenhänge es ermöglicht, den engen Horizont einzelner Begrifflichkeiten zu überwinden und einen nachvollziehbaren Überblick verschafft, der ansonsten bei der Vielzahl von Faktoren kaum erzielbar wäre. Das damit verbundene Denken in Mustern ist der menschlichen Erfahrungswelt zudem näher als die selektive, isolierte Fixierung auf einzelne Begriffe.
Das Entscheidungsspektrum
Bei der Betrachtung des Spektrums innerhalb der einzelnen Aspekte ergab sich die Erkenntnis, dass sich der eine Pol bei der überlebensspezifischen, egoistischen Einstellung lokalisieren lässt, der andere bei einer entwicklungsorientierten, idealistischen. Angesichts der Tatsache, dass wir uns als Ich-Identität wahrnehmen und auf dieser Grundlage über ein Entscheidungsspektrum verfügen, um unser Dasein möglichst günstig auszurichten, wurde das Ego hier bewusst als Antagonist zum Selbst gesetzt. Das Spektrum veranschaulicht unsere Wahl, inwieweit wir der einen oder anderen inneren Stimme folgen.
Der Nutzen
Mit den hier dargestellten Überlegungen, Ansätzen und Folgerungen wird ein System verfügbar, mit dem jeder eine Orientierung für sein eigenes, ganz persönliches Lebenskonzept finden kann und das ihr/ihm eine wesentliche Hilfe bieten soll, die relevanten Aspekte an den eigenen, selbst gesetzten Zielen auszurichten und damit ein authentisches und erfülltes Leben zu unterstützen.
Aktualität erfährt das Buch durch das immer weiter fortschreitende Bewusstsein für unsere innere Natur, begleitet von dem abnehmenden Glauben an ein stetig fortschreitendes Wirtschaftswachstum, auch erschüttert durch die weltweite Finanzkrise und bereits zuvor durch den Börsencrash Anfang des Jahrtausends. Frustration und zunehmend sinkende Chancen im äußeren Streben nach Erfolg lassen immer mehr Menschen nach lebenswerten Alternativen suchen. Das führt auch zu einer Neubewertung der inneren Werte.
Nicht zuletzt ist es auch ein vielseitiges Werkzeug für Therapeuten, Mediatoren und Berater, die ihre Klienten über eine Auseinandersetzung mit Werten zu eigenen, authentischen Lösungen führen. Die Inhalte korrespondieren mit den aktuellen Erkenntnissen der Forschung und den Betrachtungen zum Thema Qualität von Robert M. Pirsig. Fachlich begleitet wurde das Buch von Dr. Peter Tischer (Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Basel).
Die Veröffentlichung
Der Tradition folgend dachte ich zuerst an eine „normale“ Veröffentlichung in gedruckter Buchform. Doch die Veröffentlichung als E-Book bietet entscheidende Vorteile. Sie ist für jeden sofort und fast überall verfügbar, kann leicht mitgenommen werden und verursacht keine Lager- und Versandkosten. Im PDF-Dokument fällt es leicht, relevante Textstellen über die Stichwortsuche direkt anzuspringen, und die Zoomfunktion ermöglicht auch bei Sehschwäche ein komfortables Lesen. Durch Ihr Feedback können Sie selbst einen Tipp, eine Erfahrung oder eine Empfehlung einbringen, die dann in eine neue Auflage eingearbeitet werden kann, und so einen eigenen Beitrag zum Selbst-Prinzip leisten.
Für mich als Autor hat diese Form den weiteren Vorteil, dass alle Rechte bei mir bleiben und ich nicht einen für Autoren meist wenig attraktiven Verlagsvertrag eingehen muss. Außerdem bietet das Internet dem Buch die Chance einer großen Verbreitung. Wer lieber vom Papier liest, kann sich das PDF in der gewünschten Größe ausdrucken und abheften oder binden. Und wer das Buch lieber schön gedruckt und mit Cover gebunden ins Bücherregal stellen oder auch verschenken möchte, bestellt einfach für 19,80 Euro (inkl. MwSt und Versand) sein persönliches Exemplar, auf Wunsch auch mit individueller Widmung.
So hoffe ich ist an alle gedacht!
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